Bitte, stiehl mir die Zeit, dass noch mehr davon bleibe

"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen."

- Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi, 1828-1910, Schriftsteller

 

Es gibt Momente, da bleibt die Zeit stehen. Und darüber freut man sich, weil das schöne Momente sind.

Manchmal weht einem noch eine frische Brise durchs Haar, manchmal dreht man auch nur das Autoradio lauter oder manchmal tanzt man sich all seine Gefühle von der Seele. In diesen Momenten ist alles gut.

Und dann kommen auch wieder gute Nachrichten. Wie eine gut überstandene Operation. Wie dass man auf dem richtigen Weg ist. Wie dass man auf sein Bauchgefühl hören soll.

Das sind dann die Momente, wo man sich freut und trotz all den Felsen im Leben gut fühlt und lacht und glücklich ist.

Sie halten vielleicht nicht so lange an - aber es gibt sie.

 

I got a pocket, got a pocket full of sunshine.

24.11.10 21:21, kommentieren

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Fire Bomb

"Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern, als ein Atom."

- Albert Einstein, 1879-1955, Physiker

 

Was macht man, wenn man jemanden zum Krankenhaus begleitet? Schweigt man? Versucht man, mit ihm zu lachen? Redet man über das Bevorstehende? Oder über aktuelle politische Themen? Weint man? Nimmt man sich in den Arm?

Und was macht man, wenn man diesen Menschen nicht auf dem Weg begleitet - sondern sich am Abend davor verabschiedet? Darf man weinen aus Angst? Soll man sich lieber in die Arbeit stürzen, sich ablenken? Soll man enge Vertraute anrufen, mit ihnen sprechen? Obwohl sie einem nicht helfen können, man nicht das Gefühl hat, dass sie einen überhaupt irgendwie verstehen können, und man weiß, dass sie nur die falschen Sachen sagen werden? Solche wie "Das wird schon". Einer der falschesten Sätze, die es überhaupt gibt.

Schon oft wurde dieser Satz nicht wahr. Warum ihn noch sagen, ihm noch Bedeutung schenken? Genauso wie "Wir müssen jetzt ganz starkt sein", wo man in Gedanken nur laut "NEIN!" schreit und nach außen hin fassungslos, ja, sprachlos ist, oder "Wir schaffen das", obwohl es nichts zu schaffen gibt und erst recht nicht mit dieser Person.

Warum nur haben die Menschen die Eigenschaft, Dinge zu sagen, die nicht wahr sind, die sie nicht meinen? Denn die Person, zu der sie reden, weiß doch, dass es nicht stimmt.

Und sie müssten das eigentlich auch wissen.

 

Doesn't have to be like the way that I'm at a tragedy.

1 Kommentar 16.11.10 20:56, kommentieren

Lied vom Scheitern

"Wie kann man einen Menschen beweinen, der gestorben ist? Diejenigen sind zu beklagen, die ihn geliebt und verloren haben."

- Helmuth von Moltke, 1800-1891, preußischer Generalfeldmarschall

 

Ja, das ist wahrlich so. Beweine ruhig die Toten, du hast jedes Recht dazu; aber vergiss nie diejenigen, die diesen Menschen auf seinem Lebensweg begleitet haben, denn auch sie leiden. Sie tragen die offenen Wunden mit sich herum und sie sind es, die in ein tiefes Loch stürzen können bei ihrem ziellosen Umherstreunen.

 Sich mit dem Tod eines nahestehenden Menschen zu beschäftigen, ist nie einfach. Es werden immer Tränen vergossen, es ist hoffentlich immer so, dass der Weinende in den Arm genommen und getröstet wird. Solche Situationen steht man am besten zu zweit durch.

Es ist auch schwierig, anderen Menschen, die das Glück haben, diese Situation nicht kennen zu müssen, klar zu machen, welche Dinge einen beschäftigen, welche Gedanken man hegt, welche Gefühle sich in einem verstecken. Und dann fühlt man sich trotzdem unverstanden von demjenigen. Teilweise auch von denen, die das Gleiche durchgemacht haben. 

Da hilft die Musik. Denn ihre Texte, ihre Melodie und ihre Gefühle verstehen dich genau. Sie kenne dich. Und sie flüstern dir Trost ins Ohr, wenn du weinst und die ganze Welt um dich herum zusammenbricht. 

 

It seems like the whole world is crashing to my feet.

1 Kommentar 13.11.10 12:43, kommentieren